reFuels sind sehr verträgliche Kraftstoffe. Bei einigen reFuels müssen Sie auf die Motoren-Freigabe achten, bei anderen (wie bei HVO) ist eine fehlende Motorenfreigabe kein Problem. Mehr dazu im jeweiligen Abschnitt.

HVO ist ein synthetischer Diesel. Es handelt sich NICHT um Biodiesel (FAME) ! HVO ist ein sehr verträglicher Kraftstoff und kann auch in nicht dafür freigegeben Fahrzeugen problemlos getankt werden kann. Das betrifft 99% aller zugelassenen Dieselfahrzeuge. Die restlichen 1% können es mit geringen Einschränkungen ebenfalls tanken. Auch der Erfinder des Kraftstoffs, die finnische Firma Neste, betont die Verträglichkeit ihres Produktes in sämtlichen Dieselmotoren. Und das entspricht auch unserer jahrelangen Erfahrung bei eFuelsNow. Es ist ein sehr verträglicher Kraftstoff der schon seit ca 2013 an Tankstellen angeboten wird. Es gibt also intensive Erfahrungswerte. In einigen Ländern kann man bereits heute keinen HVO-freien Dieselkraftstoff mehr tanken. In Norwegen wird bereits bis zu 45% HVO im Standard-Dieselkraftstoff beigemischt. In Kalifornien besteht schon weit über die Hälfte des gesamten Dieselmarktes ausschliesslich aus HVO. Man plant bis 2030 den kompletten Dieselmarkt zu defossilisieren. Bereits heute müsste es lauter Motorschäden geben. HVO100 wird in Europa nach DIN EN 15940 verkauft. Der Kraftstoff entspricht und übertrifft die herkömmliche Dieselnorm DIN EN 590. Einzig die Dichte ist 6% leichter. Der Verbrauchsunterschied liegt erfahrungsgemäss bei +/- 0,1 Liter/100km, je nach Fahrzeugtyp. Gemäss DIN EN 15940 sind Schmieradditive enthalten, die ähnliche und teilweise sogar bessere Schmierwerte aufweisen als fossiler Diesel. Da keine Aromate enthalten sind, verbrennt HVO sauberer und verschmutzt den Motor weniger.
Hinweis zu den 1% Dieselfahrzeugen, die HVO100 mit leichten Einschränkungen ebenfalls tanken können. Das betrifft zum einen Fahrzeuge mit Software-Tuning. Diese Anpassungen können sehr individuell programmiert worden sein. Dazu können wir nichts sagen. Bei sehr alten Dieselfahrzeugen (vor ca. Bj 1995) kann es un seltenen Fällen zu Undichtigkeiten kommen. Hier waren die Aromate in der Einfahr-Phase (bis 1000km) erforderlich sein, um die Gummidichtungen aufzuquellen. Diese alten Fahrzeuge haben mittlerweile alle schon mal fossil getankt. Uns sind nur ein oder zwei derartige Fälle bekannt. Die Ersatzleitungen sind normalerweise nicht teuer. Und solche Reparaturen stehen bei einem hohem Fahrzeug-Alter meist sowieso an. Ältere Fahrzeuge bis ca. Baujahr 2000 haben eine mechanische Dieseleinspritzpumpe. Hier kann es sinnvoll sein den Kraftstoff-Förderbeginn anzupassen. Dadurch erreicht der Motor eine höhere Leistung. Es wird außerdem behauptet, dass es bei einzelnen Vorkammer-Motoren zu Frühzündungen kommen kann. Solche Fälle sind uns nicht bekannt, werden aber von Universitäten, wie dem KIT untersucht. Ein bei eFuelsNow gefahrener Mercedes W123 fährt seit Jahren ohne Probleme mit HVO100. Übrigens: Dieses Fahrzeug dürfte strenggenommen auch keinen heutigen B7 Standarddiesel mehr tanken. Denn bis 1993 wurden die Motoren noch nach alter deutscher Dieselnorm freigegeben. Fazit: Über 99% aller zugelassenen Dieselmotoren vertragen HVO100 problemlos.
Die HVO-Freigabe ist in der Praxis nur im Garantiezeitraum relevant. Die meisten neuen Diesel haben aber bereits eine offizielle Freigabe ab Werk. Auch das reFuel-Institut des Karlsruher KIT hat einen Dauerversuch über 800.000km im Speditionsverkehr mit HVO100 durchgeführt mit besten Erfahrungen.
Warum werden dann nicht alle Dieselfahrzeuge für HVO freigegeben? Die älteren Fahrzeuge sind schon verkauft. Außerdem funktioniert HVO problemlos. Welchen Sinn hat dann eine nachträgliche Freigabe? Desweiteren benötigen Freigabe-Erprobungen aufwendige kosten-intensive Tests. Und aus rechtlichen Gründen darf man erst dann eine offizielle Freigabe erteilen, wenn diese praktisch durchgeführt wurde. Es hat also formelle, rechtliche Gründe. Diese nachträgliche Freigabe wurde auch früher nicht durchgeführt. Beispiel: Als im Jahr 1993 die deutsche Dieselnorm DIN 51601 durch die DIN EN 590 abgelöst wurde, wurden alte Fahrzeuge auch nicht neu zertifiziert. Technik entwickelt sich weiter und damit auch die Kraftstoffnormen.
Im Video unten sehen Sie die Untersuchung eines Motors nach 60.000km HVO.
Dabei handelt es sich aktuell ausschliesslich um E10 Otto-Kraftstoffe, die außerdem noch einen zusätzlichen reFuel-Anteil aufweisen (z.B. E10 + 23% Bionaphta). Der reFuel-Anteil ist sehr verträglich und unkritisch. Die E10-Beimischung ist aber zu beachten. Daher gilt: Alle Fahrzeuge, die für E10 (nach DIN EN 228) freigegeben wurden, können diese Kraftstoffe problemlos tanken. Und das sind die meisten heutigen Benziner-PKW (ca 95% alle zugelassenen Benziner-PKW). Schauen Sie in Ihr Fahrzeug-Handbuch, oder fragen Sie bei Ihrem Hersteller nach. Für die anderen Fahrzeuge, die noch auf Super E5 angewiesen sind, kann keine genaue Empfehlung gegeben werden. Es soll weitere ältere Modelle geben, die in der Praxis E10 trotzdem vertragen. Welche das genau sind, wissen wir nicht. Es soll außerdem auch (z.B. von LiquiMoly) Additive geben, die es ermöglichen solche Fahrzeuge E10 tauglich zu machen. Näheres dazu fragen Sie am besten bei Liqui Moly nach mit Hinweis darauf, welches Fahrzeug sie fahren und welchen Kraftstoff sie tanken möchten.
Strombasierte E-Fuel-Kraftstoffe (E-Benzin und E-Diesel) sind aktuell noch nicht im Markt erhältlich. Solche Kraftstoffe können, aufgrund des fehlenden „Rohöl-Fixpunktes“, perfekt auf den Motor angepasst werden (Designer-Kraftstoffe). Folglich ist eine perfekte Kompatibilität zu erwarten. Dies ermöglicht ungeahnte Entwicklungs-Potentiale (perfekter Motor zum perfekten Kraftstoff).
Es handelt sich dabei um veresterten Biodiesel (FAME) und Ethanol. Diese Kraftstoffe werden nur am Rande betrachtet, da sie nicht mehr dem letzten Stand der Technik entsprechen. Sie werden aber gelegentlich ergänzend in geringen Mengen beigemischt. Biodiesel und Ethanol sind deutlich aggressiver zum Metalloberflächen und Kunststoffmaterialien. Die vom Fahrzeughersteller maximal erlaubte Beimischung ist unbedingt zu beachten. In seltenen Fällen wurden Fahrzeuge auch werksseitig für Biodiesel- und Ethanol-Einsatz vorbereitet. Wir gehen hier aber von den gängigen, marktüblichen Konfigurationen aus.
Faustregeln:
- in USA zertifizierte Dieselmotoren sollten nach amerikanischer Norm normalerweise bis zu 20% Biodiesel vertragen (trotzdem unbedingt Herstellervorgabe beachten!).
- In Europa zugelassene Dieselfahrzeuge vertragen normalerweise maximal 10 – 15% Biodiesel (FAME) (Herstellervorgabe beachten!).
- ca. 95% aller in Deutschland zugelassenen Benziner-Fahrzeuge vertragen E10 (trotzdem unbedingt Herstellervorgabe beachten!).